Amateurmusik

Aus indiepedia.de
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Amateurmusik (französisch, von lateinisch amator ‚Liebhaber‘, Musikliebhaber) werden Aufführungen durch musikalische Laien verstanden, die, oft auf Grundlage von Ansätzen einer Instrumentenausbildung, vor einem Publikum vorgebracht werden, das sich des Amateurstatus der Aufführung bewusst ist. Der Erlebniswert scheint dem ästhetischen Wert vorgeordnet.

Hintergrund

Amateurmusik wird von Staats wegen auch gefördert, so gibt es Förderrichtlinien für Amateurmusik, die sich an den Aktivitäten der Verbände der Amateurmusik orientieren.[1] Musikalische Jugendarbeit, Kinder-, Jugend- und Seniorenensembles und entsprechende Bildungsmaßnahmen werden hauptsächlich berücksichtigt und die Vereine direkt gefördert – Chöre und „authentische Volksmusik“ ebenfalls über die entsprechenden Vereine. Für die Förderungen sind die Ministerien für Wissenschaft, Forschung und Kunst der Länder zuständig. Gefragt sind nicht Beiträge für die Musik, sondern Beiträge für das Gemeinwesen. Laienmusikvereine werden allerdings ungleich weniger gefördert als zum Beispiel der Amateursport. Stimmausbildung und Freizeitangebot sind die Stützen dessen, was als Amateurmusik verstanden und gefördert wird. 2014 wurden bei einem Symposium die Aufgaben der Musikhochschulen umrissen.[2]

Musik

Die Erinnerungsleistung trägt möglicherweise auch zum amateurhaften, weil weniger auf die Musik selbst bezogenen, Eindruck bei. Wenn sie auch als zentrales Element einer Aufführung erscheint, ist die Musik Zweck zu etwas anderem. Daraus resultiert ein Widerspruch, der über Erinnerungsleistungen – oft auch am Hörerinnerungen oder kollektive Show- und Hörerlebnisse – gelöst wird, solange eine Performance stattfindet.

Amateurmusik wird oft mit deutlichem Bezug auf Erinnerungen oder auch gemeinsame Erinnerungen auf Partys, Familienfesten oder Ausflügen vorgebracht. Gewöhnlich ist Amateurmusikern während einer gesamten Performance oder über fast die ganze Strecke eines Vortrags anzumerken, dass sie sich parallel an den Verlauf eines Stücks oder eine Aufführungssituation, vielleicht auch eine typische Aufführungssituation, erinnern oder, soweit sie nicht Blickkontakt mit dem Publikum suchen, stark auf Probleme beim Instrumentenspiel fokussieren. Heutzutage besteht in der Popmusikforschung weitgehend Konsens, dass es sich bei der Frage, ob eine Musik amateurhaft oder nicht ist, weniger um Angelegenheiten der Virtuosität als um Fragen der, von Musikern und Publikum eingenommenen, Perspektive handelt. Zum Beispiel wird eine Erinnerungshaltung eingenommen, die den ästhetischen Genuss überblendet. Typisch ist bei Amateurvorträgen, dass, wenn mehrere Amateure beteiligt sind, Synchronisationen und Abstimmungen zum Beispiel zu Einsätzen explizit und ohne weitere Absprache eingebunden werden. Desweiteren sind auch Interaktionen zwischen Interpreten und Publikum üblich. Zum Teil wird aus den Abstimmungen zu Einsätzen ein zusätzlicher Erlebnisgewinn erreicht. Amateure haben Richtigkeitsvorstellungen, was die von ihnen interpretierte Musik betrifft, gegen die sie zum Teil bewusst verstoßen.

Funktionen

Funktionen der Amateurmusik sind zum Beispiel die Auflockerung einer Stimmung, eine Unterbrechung in einer Kommunikation, das Feiern eines Geschäftsabschlusses, zum Beispiel per Karaoke. Die Funktionen sind jenseits ästhetischer Ziele auf den jeweiligen Erlebniswert gerichtet. Weitere Möglichkeiten eröffnen Parodien von Musik, zum Beispiel bei Shreds.

Abgrenzungen

Abgrenzungen können zu den Begriffen Gebrauchsmusik, Angewandte Musik, Umgangsmusik, Laienmusik, kommerzielle Musik, Muzak, zum Beispiel Funktionale Musik, ausgemacht werden.

Einzelnachweise

  1. Förderrichtlinien Amateurmusik [1] bei bw-saengerbund.de
  2. Forum II Trossingen Amateurmusik [2] bei zukunftskonferenz-musikhochschulen-bw.de

Weblinks

Those Aren't Muskets – The Worst Amateur Music Videos (2009) [3] bei Youtube. Die hier vorgestellte Interpretation weicht ein wenig von der funktionalen im Fließtext oben ab und zieht Bands und Acts zurate, die mit geringer Performativität versuchen, professionell Musik vorzuführen. Zumindest der letzte Act Mark Gormley ist dann auch kaum amateurhaft zu nennen. Die Verbindung erschließt sich vielleicht, indem Musik in beiden Fällen, abgesehen von diesem Beispiel, als Spezialfall aufgesucht wird.