Als Wir sind Helden keine Werbung machen wollten

Aus indiepedia.de
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Anfang 2011 bekam die Band Wir sind Helden eine Anfrage der Wer­be­agen­tur Jung von Matt, die im Auftrag der Bild-Zeitung eine Werbekampagne betreute. Die ablehnende Antwort veröffentlichte die Sängerin Judith Holofernes auf der Homepage der Band, was eine große Aufmerksamkeit mit sich zog.

Die Kampagne

In der Werbekampagne sind Prominente auf Plakaten und Videos zu sehen, die mit eigenen Worten für die Bild werben. Die Aussagen der Prominenten können dabei sowohl positiv als auch kritisch ausfallen. Getreu dem Motto: Auch schlechte Werbung ist Werbung für das Produkt.

Ich glaub, es hackt.

Auf der Homepage der Band [1] und auf Bildblog.de [2] wurde sowohl die Anfrage der Werbeagentur, als auch die Absage von Judith Holofernes im Namen der Band veröffentlicht. Die Absage beginnt mit den Worten Ich glaub, es hackt. und es folgt eine Erklärung über Mechanismen der Werbung (z.B.: Sel­ten hat eine Wer­be­kam­pa­gne so ge­schickt mit der Dumm­heit auf allen Sei­ten ge­spielt) bis zu einer Beschreibung, was die Bild-Zeitung für eine Band, wie Wir sind Helden für eine Rolle spielt (z.B.: Die BILD -​Zei­tung ist kein au­gen­zwin­kernd zu be­trach­ten­des Trash -​Kul­tur­gut und kein harm­lo­ses “Guil­ty Plea­su­re” für wohl­fri­sier­te Auf­stre­ber, keine wit­zi­ge so­zia­le Re­fe­renz und kein Li­fes­tyle -​Zi­tat.).

Die Folge dieser Veröffentlichung war, dass auf zahlreichen Seiten und Blogs auf die Aktion aufmerksam gemacht wurde. Worauf die Seite der Band für kurze Zeit wegen zahlreicher Anfragen nicht erreichbar war und auch bildblog.de verstärkten Besucherandrang verzeichnete.

Kurz darauf gab es auf der Seite jetzt.de [3] eine erste, vermeintlich öffentliche Antwort der Werbeagentur Jung von Matt auf die Absage, über die sofort von anderen Nachrichtenseiten berichtet wurde. Jedoch war dies keine offizielle Antwort, sondern eigentlich deutlich als Satire erkennbar. [4]

Doch damit nicht genug!!

Bild & taz

Die tageszeitung (taz) meldete kurz darauf, dass die Bild-Zeitung mit der Absage von Wir sind Helden eine komplette Seite (28. Februar) als bezahlte Anzeige herausbringen werde. Direkt daneben erschien ein Interview der taz mit Judith Holofernes. [5]

Darauf wiederum gab es Kritik an der taz, in der ihr unter anderem Zynismus vorgeworfen wurde. Zum Beispiel sei ja der Text der Bild-Anzeige eigentlich von der Bandhomepage geklaut. Die Schaltung der Anzeige erklärte Chefredakteurin Ines Pohl in einem Interview mit Radio Eins dann unter anderem damit, dass die Redaktion und die Anzeigenabteilung in der Zeitung strikt getrennt arbeiten [6] und durch Anzeigen eingenommenes Geld wichtig sei für weitere unabhängige Berichterstattung [5].

Referenzen

  1. Absage auf der Homepage der Band
  2. Absage auf bildblog.de
  3. Antwort auf jetzt.de
  4. Und Du gehst Rüssel an Schwanz hinterher
  5. 5,0 5,1 BILD-Zeitung wirbt mit Holofernes-Absage
  6. Strikte Trennung zwischen Redaktion und Anzeigen