Allah-Las

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Screenshot aus To live and to die in L.A. (1985)

Die Allah-Las sind eine Psychedelic- und Garage-Rockband aus Los Angeles, deren Einflüsse hauptsächlich aus Psychedelicquellen der 1960er bestehen und mit Trash- und Northern-Soul-Elementen versehen sind. Die Band wurde 2008 gegründet. Das erste Album erschien 2012, das zweite 2014. Pitchfork bezeichnet die Musik als „melancholischen Midtempopop“ und Gebilde von Taschensinfonien.[1]

Hintergrund

Die Gründungsmitglieder treffen sich im örtlichen Plattenladen Amoeba Music und starten von dort aus ihre musikalische Produktion. Deutlich beeinflusst zeigt sich die Band von Love (ebenfalls aus Los Angeles) sowie deren Frontmann Arthur Lee, von den Zombies, Kinks, Animals, Seeds und ähnlichen. laut.de bezeichnet die Musik als Neo-Psychedelia, gemischt mit 60s-Beat und „Post-Byrdsianischem Janglepop“:

„Die ewige Frage in der Postmoderne: Ist es Kunst, überlieferte Kultur nicht nur als ungefähre Vorlage zu verwenden, sondern gleich maßstabsgetreu nachzubasteln? Wo hört Eklektizismus auf und wo fängt die simple Kopie an?“[2]

2011 erscheint mit Catamaran/Long Journey ein Schlüsselwerk für die weitere Ausrichtung ihrer Musik.[3] Produziert wird die Platte vom Singer/Songwriter Nick Waterhouse. Im November 2015 erscheint eine EP mit drei Coverversionen unter dem Titel Aquarium Drunkard's Lagniappe Session. Gecovert wurden The Jesus & Mary Chain[4], Cass McCombs und Kevin Ayers.

Allah-Las (Album 2012). Die Allah-Las haben als Vintageband noch eine andere Gelassenheit dabei als die Original-Psychedelics – denen ist Geschichte egal.

Extracool kommen Lyrics, wie "I wanna hold your hand / I wanna be your man", mittels derer per entfernter, sozusagen belangloser Referenz auf die Beatles wie nebenbei die entsprechenden Textstellen von ihrer Abhängigkeit durch die kontextuelle Bindung an die Ursprungssongs in einen Topos zurückverwandelt werden sollen, der dann wieder allgemein zugänglich ist, während er vorher durch die Beatles versperrt war. 2016 erscheint Calico Review auf Mexican Summer: [7] ganzes Album bei Youtube.

Vintage

Ob und inwiefern die Band sich ausschließlich auf Sixties-Einflüsse bezieht[5], lässt sich zum Beispiel am Wirken der 1970er-Band Chrome festmachen, das stark in den 1960ern verankert war, aber mit ihrem ersten Album Einflüsse der 1970er, das bedeutet in diesem Zusammenhang: aus dem Punk, der Elektronischen Musik und der Avantgarde, vorzeigte. Eine elaborierte Dramaturgie inklusive trippiger Sologitarren, die bei den Allah-Las weitgehend fehlen. Auch die Coverversion des Jesus & Mary Chain Stückes verweist auf die Sixtieswurzeln beider Bands. Bei manchen Stücken sind Strecken wie aus der Feder von Fred Cole zu finden, so zum Beispiel bei Sacred Sands (ab Minute 10:05 im eingebetteten Video). Es kann derart behauptet werden, dass es sich bei den Stücken der Band um Stilkopien handelt, deren Zentrum die psychedelischen 60er Jahre sind. Der Begriff Vintage-Sound fällt des öfteren, so zum Beispiel bei Pitchfork. Die Band zur vorherrschenden Einschätzung einer 60s-Revival-Band: "... for us to make the sound that we really want, we work a lot better in a studio setting with $3,000 microphones from 1953."[6] Auf diese Weise referieren die Allah-Las auf die Aufnahmebedingungen zu Zeiten des frühen Rock'n'Roll. Popelemente sind durch die Dominanz und Abmischung der durchlaufenden Bassdrum zu verzeichnen, ebenso ein avantgardistisches Verständnis einzelner antiskalischer Elemente (Disharmonien). Ela Navega erinnert an Grace Jones (ab 19:22).

Line-Up

Miles Michaud (Gesang, Gitarre), Pedrum Siadatian (Leadgitarre), Spencer Dunham am Bass, Matthew Correia an den Drums.

Einflüsse / Ähnliche

Tame Impala, Ty Segall, Thee Oh Sees, Love, Arthur Lee, The Zombies, The Kinks, The Animals, The Electric Prunes, The 13th Floor Elevators, The Seeds, The Byrds.

Diskografie

Einzelnachweise

  1. Steven Hyden – Allah-Las - The Allah-Las (2012) [1] Rezension bei Pitchfork
  2. Kein Autor, kein Jahr – Biographie [2] bei laut.de, zum Thema Postmoderne vergleiche auch den Artikel Jean Baudrillard zur Musik.
  3. Allah-Las – Long Journey (2011) [3] bei Youtube
  4. Allah-Las – Come on (2015, Original von The Jesus & Mary Chain, 1994) [4] bei Youtube
  5. Die englische Wikipedia vermerkt als Genre 60s-revival-music, Artikel Allah-Las [5] bei der en.wiki
  6. Steven Hyden – Allah-Las - The Allah-Las (2012) [6] Rezension bei Pitchfork

Weblinks

  • Homepage [9] bei allahlas.com
  • Profil [10] bei Facebook
  • Allah-Las – Worship The Sun (2014) [11] bei Bandcamp
  • Volker Lüke – Mitreißendes Allah-Las-Konzert in Berlin. Uh-La-Lah! (2010) [12] beim Berliner Tagesspiegel
  • Paul Lester – New Band of the Week. Allah-Las (No 1,386) (2012) [13] beim The Guardian
  • Profil [14] bei Soundcloud

Links im Mai 2017.