Alice in Chains

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Alice in Chains
Alice in Chains 2006(l. William DuVall, r. Jerry Cantrell)
Alice in Chains 2006
(l. William DuVall, r. Jerry Cantrell)
Herkunft: Seattle, Washington , USA
Aktiver Zeitraum: 19872002, seit 2005
Genres: Grunge, Metal
Labels: Columbia
Homepage: www.AliceinChains.com
Line-Up:
William Duvall: Gesang (seit 2005)
Jerry Cantrell: Gesang, Gitarre
Mike Inez: Bass (seit 1993)
Sean Kinney: Schlagzeug (seit 1987)
Ehemalige Mitglieder:
Layne Staley: Gesang (1987-2002†)
Mike Starr: Bass (1987-1993)

Alice in Chains wurden 1987 in Seattle gegründet. Sie waren mit Alben wie "Facelift" und "Dirt" eine der erfolgreichsten und einflussreichsten Bands im Zuge der Grunge-Explosion, mussten jedoch 2002 den Drogentod ihres Sängers Layne Staley hinnehmen und lösten sich daraufhin vorübergehend auf. Seit 2005 sind Alice in Chains jedoch mit dem neuen Vokalisten William DuVall wieder aktiv und haben im Herbst 2009 ihr erstes Album in der neuen Besetzung unter dem Titel "Black Gives Way to Blue" veröffentlicht.

Bandgeschichte

Gründung und erste Erfolge (1987-1990)

Die Geschichte von Alice in Chains ist neben der Story der Megastars Nirvana wohl eine der tragischsten aus dem musikalischen Kosmos des Grunge. Ironischerweise hatte die Band seinerzeit in einer ganz anderen Richtung als der später mit ihr assoziierten begonnen, nämlich in den Gruppen Sleze und The Diamond Lie, die in den 80er Jahren – wie an den Namen schon recht gut abzulesen – Funk bzw. Sleazemetal spielten. Eines Tages im Jahr 1987 kamen dann die musikalischen Köpfe der beiden Bands – Sänger Layne Staley von ersterer, Gitarrist Jerry Cantrell von letztgenannter Combo – zusammen, um ein gemeinsames Projekt auf die Beine zu stellen. Dieses nannte sich (inspiriert von einer früheren Band Staleys namens Alice N' Chainz) dann Alice N' Chains und beinhaltete außer Staley und Cantrell auch noch die Rhythmussektion von The Diamond Lie, nämlich Bassist Mike Starr sowie Schlagzeuger Sean Kinney. Der Sound der Band trug zwar immer noch die Züge der Sleaze/Funk-Vergangenheit der Beteiligten, doch hatte sich bereits ein deutlich dunklerer, atmosphärischerer Ton in den schweren Metal-Sound eingeschlichen. Erste Demos wurden aufgenommen und fanden rasch das Interesse von Soundgarden-Managerin Susan Silver, und bald kam es zu einem Plattenvertrag mit Columbia Records. Die erste EP namens "We Die Young" der mittlerweile Alice in Chains getauften Gruppe erschien im Sommer 1990 und konnte mit ihrer Singleauskopplung Man in the Box große Aufmerksamkeit im Radio erregen. Wenige Monate später bereits folgte dann der Debüt-Longplayer unter dem Titel "Facelift", und das auch hierauf enthaltene Man in the Box wurde erneut mit Videoclip ausgekoppelt. Dieser wurde zu einem Dauerbrenner auf MTV, und in Folge seines Erfolgs wurde "Facelift" zu einem der ersten Gold-zertifizierten Alben aus der seinerzeit kommerziell noch wenig erschlossenen Musik-Region Seattle.

"Dirt" und die Grunge-Explosion (1991-1993)

1991 erfolgte eine weiträumige Tour mit u.a. Iggy Pop, Anthrax und Extreme, an deren Ende Alice in Chains eine Grammy-Nominierung für Man in the Box erhielten und mit der Veröffentlichung von Nirvanas "Nevermind", Pearl Jams "Ten" sowie Soundgardens "Badmotorfinger" bereits drei äußerst erfolgreiche Alben anderer Seattle-Bands erschienen waren. Die Band kehrte ins Studio zurück, um mit den Aufnahmen für ihr zweites Album zu beginnen, doch anstelle des dreckigen Metal-Sounds spielte man letztlich diverse (halb-)akustische Tracks ein. Diese bildeten schließlich das Material für die EP "SAP", welche Anfang 1992 während des sich zuspitzenden Grunge-Hypes erschienen und – gemeinsam mit einem Cameo-Auftritt der Band in Cameron Crowes Seattle-Beziehungskomödie "Singles" – das öffentliche Interesse an Alice in Chains noch deutlich steigerten. Ihren kommerziellen und künstlerischen Höhepunkt erreichten Alice in Chains schließlich mit ihrem zweiten Album "Dirt", das im Herbst 1992 erschien und mit seiner Mischung aus schnellen Rocktracks, doomigem Schwermetall und halbakustischen Trauersongs, mit dem eindringlichen Doppelgesang von Layne Staley und Jerry Cantrell als Sahnehäubchen, perfekt den Geist der Zeit einfing. Es verkaufte sich allein in den USA mehr als vier Millionen Mal und etablierte Alice in Chains als eine der erfolgreichsten Rockbands ihrer Zeit.

"Jar of Flies" und Drogenprobleme (1994)

"Dirt" markierte jedoch nicht nur die musikalische Sternstunde der Band, sondern auch gleichzeitig ihren Weg in den Abgrund. Sänger Staley war schon längere Zeit vorher heroinabhängig gewesen, und viele seiner Texte behandelten implizit oder ganz offen sein Dasein als Junkie. Die achtzehnmonatige Welttournee inklusive Lollapalooza-Auftritt, die sich an den Albumrelease anschloss, war in dieser Hinsicht keine gute Gelegenheit gewesen, mit dem Fixen aufzuhören. Auch innerhalb des Bandgefüges hatte die Mammuttour ihre Spuren hinterlassen, denn Bassist Mike Starr verließ die Gruppe in nur teilweise gegenseitigem Einvernehmen. Sein Nachfolger wurde der vormalige Ozzy Osbourne-Bassist Mike Inez, mit dem Alice in Chains im September 1993 ins Studio gingen, um erneut einige akustische Stücke einzuspielen. Auch diesmal kam wieder eine EP dabei heraus, welche den Namen "Jar of Flies" erhielt und es schaffte, als erste EP überhaupt bis auf Platz 1 der Billboard-Albumcharts zu gelangen. Die Zukunft der Band schien rosig, zumal Staley sich nun seiner Drogensucht stellte und in den Entzug ging. Um die neuen Songs auch live vorzustellen, war eine Tour mit Metallica und Suicidal Tendencies geplant, doch bereits während der Proben dazu hing Staley wieder an der Nadel. Die Konzertreise wurde abgesagt, Alice in Chains hüllten sich in Schweigen. "Jar of Flies" verkaufte sich dennoch weiterhin prächtig.

"Alice in Chains" und letzte Auftritte (1995-1996)

1995 war dann wieder Neues aus dem Alice in Chains-Lager zu hören, wenn auch zunächst nicht unter ihrem Hauptnamen. Pearl Jam-Gitarrist Mike McCready hatte zusammen mit dem Walkabouts-Bassisten John Baker Saunders eine Art Grunge-Supergroup namens Mad Season gestartet, der außer Screaming Trees-Drummer Barrett Martin auch Layne Staley als Sänger beitrat. Die Band nahm ein zwischen ruhigen und krachigen Songs gelagertes Album namens "Above" auf, das sich trotz der nach Kurt Cobains Tod abflauenden Grunge-Manie ausgezeichnet verkaufte und dem auch eine kleine Tournee folgte. Danach befasste sich Staley wieder mit seiner Hauptband, die im Frühjahr 1995 das Studio enterte, um ihren dritten Longplayer aufzunehmen, der zugleich auch das letzte Studioalbum mit Layne Staley werden sollte. Die LP kam unter dem einfachen Titel "Alice in Chains" im Herbst des Jahres in die Läden und knüpfte im großen und ganzen an den "Dirt"-Sound an, fiel hier und da jedoch auch etwas experimenteller aus. Eine Tour zur Platte gab es auch diesmal nicht, da sich Staleys Zustand kaum verbessert hatte. Ihren letzten großen öffentlichen Auftritt mit Layne Staley hatten Alice in Chains dann schließlich 1996, als sie sich in die Phalanx der "Unplugged"-Künstler einreihten und für MTV ein Set mit Akustiksongs einspielten, das auch als CD veröffentlicht wurde. Abgesehen von zwei Auftritten als Vorgruppe der wiedervereinigten Hardrock-Kasper Kiss war dies das letzte Mal, dass Alice in Chains sich in der Öffentlichkeit als Band zeigten.

Layne Staleys Tod und die Folgen (1997-2002)

Das Ende der ersten Inkarnation von Alice in Chains zog sich lange und für die Beteiligten schmerzhaft hin, denn 1996 war Layne Staleys Verlobte an den Folgen ihrer Drogenabhängigkeit gestorben. Danach zog sich der Sänger völlig aus der Öffentlichkeit zurück und verließ sein Haus praktisch gar nicht mehr, so dass sich bald unzählige Gerüchte über seinen Zustand verbreiteten. Zweimal trat Staley noch als Musiker in Erscheinung, nämlich einmal 1998, als die Veröffentlichung des AIC-Boxsets "Music Bank" anstand und die Band zwei neue Songs namens Get Born Again und Died mit dem Sänger einspielte, sowie 1999 als Teil der Alternative-Supergroup Class of '99, die als einziges Stück eine Coverversion von Pink Floyds Another Brick in the Wall für den Soundtrack des Teen-Horrorfilms "The Faculty" einspielte. Außer Staley waren noch Rage Against the Machine-Gitarrist Tom Morello, Porno for Pyros-Bassist Martyn LeNoble und Jane's Addiction-Schlagzeuger Stephen Perkins Teil der Band.

Inzwischen hatte Gitarrist und Quasi-Bandkopf Jerry Cantrell die Konsequenzen aus der desolaten Lage seines Mitmusikers gezogen und 1998 das eigentlich als viertes AIC-Album geplante "Boggy Depot" als sein Solodebüt veröffentlicht. Dem folgte im Juni 2002 das zweite Cantrell-Solo "Degradation Trip", und zum Zeitpunkt dieses Releases war Staley bereits tot. Vermutlich am 5. April 2002 – schaurigerweise exakt acht Jahre nach Kurt Cobains Selbstmord 1994 – war der Musiker durch eine Mischung aus Kokain und Heroin aus dem Leben geschieden. Eine große Trauerfeier wurde in Seattle veranstaltet, die in kleinerem Maßstab seitdem jährlich wiederholt wird. Alice in Chains jedenfalls schienen nach dieser Tragödie endgültig Geschichte. Cantrell arbeitete mit verschiedenen anderen Post-Grunge-Acts (u.a. Nickelback) zusammen, während Schlagzeuger Sean Kinney mit Chris DeGarmo von Queensryche die Band Spys4Darwin gründete.

Wiedervereinigung mit neuem Sänger und neues Album "Black Gives Way to Blue" (seit 2005)

Doch im Jahre 2005, als ein Tsunami große Teile Südostasiens verwüstet hatte, fanden sich die Musiker von Alice in Chains wieder zusammen, um ein Benefizkonzert für die Opfer der Katastrophe zu spielen. Den Gesangsposten übernahmen dabei zunächst verschiedene große Namen aus dem Alternative-Bereich wie Scott Weiland (Stone Temple Pilots), Maynard James Keenan (Tool) oder Wes Scantlin (Puddle of Mudd). Als es nach der erfolgreichen und von den AIC-Mitgliedern sehr positiv erlebten Benefiz-Veranstaltung aber um die Frage ging, ob AIC wirklich wieder zusammenkommen sollten, stand die Frage nach einem festen neuen Sänger im Raum. Schließlich entschied man sich für den mit seiner eigenen Band Comes With the Fall noch eher wenig bekannt gewordenen William DuVall, welcher von der Fanschar zunächst kritisch beäugt, letztlich aber positiv aufgenommen wurde. Seitdem sind Alice in Chains wieder offiziell aktiv. Ein neues Album in der aktuellen Besetzung DuVall-Cantrell-Inez-Kinney erschien schließlich im September 2009 unter dem Titel "Black Gives Way to Blue". Als Vorgeschmack veröffentlichte die Band einen Trailer für den Song A Looking in View, welcher etwas später dann als Gratis-Download auf der AiC-Homepage angeboten wurde. Desweiteren wurden für die 2. Hälfte 2009 zwei Konzerte in den USA angekündigt (eines zusammen mit Kid Rock und Cypress Hill, das andere mit Tool und Linkin Park) sowie 7 Konzerte in Europa (eines davon mit Metallica).

Der ehemalige AiC-Bassist Mike Starr verstarb im März 2011 an den Folgen seiner Drogenabhängigkeit.

Kollaborationen

Diskographie

Alben und EPs
Singles
  • 1990 We Die Young (12", Columbia)
  • 1991 Man in the Box (7"/Maxi-CD, Columbia)
  • 1991 Bleed the Freak (7"/Maxi-CD, Columbia)
  • 1992 Sea of Sorrow (7"/Maxi-CD, Columbia)
  • 1992 Would? (7"/Maxi-CD, Columbia)
  • 1992 Them Bones (7"/Maxi-CD, Columbia)
  • 1993 Rooster (7"/Maxi-CD, Columbia)
  • 1993 Angry Chair (7"/Maxi-CD, Columbia)
  • 1993 Hate to Feel (7"/Maxi-CD, Columbia)
  • 1993 Down in a Hole (7"/Maxi-CD, Columbia)
  • 1993 What the Hell Have I (7"/Maxi-CD, Columbia)
  • 1994 Got Me Wrong (7"/Maxi-CD, Columbia)
  • 1994 I Stay Away (7"/Maxi-CD, Columbia)
  • 1994 No Excuses (7"/Maxi-CD, Columbia)
  • 1994 Don't Follow (7"/Maxi-CD, Columbia)
  • 1995 Grind (7"/Maxi-CD, Columbia)
  • 1996 Heaven Beside You (7"/Maxi-CD, Columbia)
  • 1996 Again (7"/Maxi-CD, Columbia)
  • 1996 Over Now (unplugged) (7"/Maxi-CD, Columbia)
  • 1999 Get Born Again (7"/Maxi-CD, Columbia)
  • 1999 Fear the Voices (7"/Maxi-CD, Columbia)
  • 2009 A Looking in View (MP3/Maxi-CD, Virgin)
  • 2009 Check My Brain (MP3/Maxi-CD, Virgin)
  • 2009 Your Decision (MP3, Virgin)
  • 2010 Lesson Learned (MP3, Virgin)
Sonstige
  • 1989 Sweet Alice (Demo-CD, Eigenvertrieb)
  • 1996 Unplugged (CD/LP, Columbia)
  • 1999 Music Bank (3-CD-Boxset mit Raritäten und Outtakes, Columbia)
  • 1999 Nothing Safe: Best of the Box (Best Of, Columbia)
  • 2000 Live (Live-CD, Columbia)
  • 2001 Greatest Hits (Best Of, Columbia)
  • 2004 The Essential Alice in Chains (Best Of, Columbia)

Kompilationsbeiträge

Charts

Jahr Titel Charts
D US UK A CH SV FIN NOR NZ
1990 Facelift - 42 - - - - - - -
1992 Dirt 37 6 - - - 11 - 15 -
1994 Jar Of Flies EP 25
1
4 22 31 6 - 7 -
1995 Alice In Chains 93
1
37 - - 11 13 11 -
1996 Unplugged 46 3 20 23 41 7 13 9 -
1999 Nothing Safe: The Best of the Box - 20 - - - - - - 43
2000 Live - 142 - - - - - - -
2001 Greatest Hits - 112 - - - - - - -
2009 Black Gives Way to Blue 21 5 19 - - - - - -
Singles
1992 Would? - - 19 - - - - - -
1992 Them Bones - - 26 - - - - - -
1993 Angry Chair - - 33 - - - - - -
1993 Down In A Hole - - 36 - - - - - -
1995 Grind - - 23 - - - - - -
1996 Heaven Beside You - - 35 - - - - - -
2009 Check My Brain - 92 - - - - - - -

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts Leser Charts
Musikexpress Visions Visions
1992 Dirt 33
1995 Alice in Chains 17
2009 Black Gives Way to Blue X 10

All-Time-Charts

Dirt
Jar Of Flies

Trivia

Referenzbands

Coverversionen

Alice in Chains werden gecovert von...

Videoclips

DVD

  • Alice in Chains: Music Bank: The Videos (1999)
  • Alice in Chains: MTV Unplugged (2000)

Weblinks

  1. http://www.tonspion.de/neues/neueste/416037