Afrika Bambaataa

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Afrika Bambaataa
Afrika Bambaataa 2006 in Vancouver
Afrika Bambaataa 2006 in Vancouver
Herkunft: New York City
Geboren: 10. April 1954 (63 Jahre)
Aktiver Zeitraum: seit 1975
Genres: HipHop, Funk, Elektro
Instrumente: Rap, DJing
Labels: Tommy Boy Records, EMI, Paul Winley Records, Capitol Records, DMC Records, Planet Rock Music
Homepage: Afrika Bambaataa bei ZuluNation.com
Bands:
Soulsonic Force, Jazzy 5

Afrika Bambaataa ist als Rapper, DJ, Produzent und Organisator sowie als Gründer der Aktivistengruppe "Zulu Nation" eine der wichtigsten und einflussreichsten Persönlichkeiten in der Geschichte des HipHop. Der aus der Bronx stammende Musiker, dessen Geburtsdatum ebenso wie sein bürgerlicher Name Gegenstand der Spekulation ist (allgemein gelten der 10. April 1954 oder der 4. Oktober 1960 als wahrscheinlich, Lance Kahyan Aasim als sein Geburtsname), wirkt seit Mitte der 1970er Jahre in der New Yorker HipHop-Szene mit und hat mit Planet Rock von 1982 einen der wegweisenden Tracks der HipHop-Geschichte veröffentlicht.

Biographie

Lance Kahyan Aasim wird in seiner Jugend einerseits durch ein politisch aktives afroamerikanisches Elternhaus, andererseits durch den Gangalltag in seinem Heimatstadtteil Bronx geprägt. Innerhalb "seiner" Gang, den Black Spades, steigt er rasch zum Anführer auf und macht die Gang zur größten in New York. Ein Umdenken tritt allerdings ein, als er auf einer Reise nach Afrika mit den Wurzeln der afroamerikanischen Community konfrontiert wird, was in einem Abwenden von der Gang-Gewalt sowie der Annahme des Pseudonyms Afrika Bambaataa (nach einem Anführer des Zulu-Stammes) resultiert. Ab Mitte der 1970er Jahre tritt Bambaataa bei New Yorker Blockparties auf und erregt Aufsehen durch sein selbst zusammengestelltes Soundsystem, was ihn zu einem der bekanntesten und respektiertesten DJs der frühen HipHop-Szene werden lässt. Dabei entsteht auch Bambaataas Aktivistengruppe, die "Zulu Nation", mittels derer er schwarze Kids vom gewalttätigen Gang-Alltag weg- und sie zum sich nunmehr formierenden HipHop-Lebensstil aus Rap, Breakdance, DJing und Graffiti hinführen möchte. Musikalisch lässt sich Bambaataa von zwei Crews begleiten, einerseits die Jazzy 5 und andererseits die Soulsonic Force, einem Zusammenschluss von etwa zwanzig Zulu Nation-Mitgliedern, mit denen er auch das Novum einer richtigen HipHop-Tour zunächst in den USA und dann in Europa schafft.

Mit diesen Bands nimmt er ab 1981 auch Platten auf, von denen Zulu Nation Throwdown so etwas wie die Hymne der Bewegung wird. Den Durchbruch zunächst innerhalb New Yorks, dann den USA und schließlich weltweit erreichen Afrika Bambaataa und die Soulsonic Force aber 1982 mit der Single Planet Rock, die auf den gesampleten Computerbeats des Kraftwerk-Klassikers Autobahn aufbaut. Die Nummer wird zum Hit, der quasi en passant zu einem der Geburtshelfer von Elektro-Funk, House und Techno mutiert und heute als einer der meistgesampleten Tracks der HipHop-Geschichte gilt. Mit Looking for the Perfect Beat,Renegades of Funk (das später von Rage Against the Machine gecovert werden sollte) und Wildstyle gelingen 1982/1983 weitere einflussreiche Tracks, die später auf dem Album "Planet Rock: The Album" (1986) gesammelt werden. Seine steigende Popularität nutzt Bambaataa dazu, seine Message von Gewaltlosigkeit, Antirassismus und Antiapartheid zu verbreiten, wofür er auch andere Stars aus allen Muskrichtungen wie U2, Boy George, Johnny Rotten, Bootsy Collins oder die ebenfalls legendären New Yorker Rapper Run-D.M.C. gewinnen kann (festgehalten u.a. auf den Alben "Sun City" und "The Light"). Um 1990 gilt Afrika Bambaataa bereits als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der schwarzen Community und trat unter anderem zur Entlassung von Südafrikas zukünftigem Präsidenten Nelson Mandela im Londoner Wembley-Stadion auf.

Ab den 1990er Jahren kollaboriert Afrika Bambaataa verstärkt mit dem Nachwuchs aus der Elektro-Szene und arbeitet dabei unter anderem mit Westbam (dessen abgekürztes Pseudonym "Westkreuz Bambaataa" auf den DJ selbst zurückgeht), Leftfield und The Bassheads zusammen. Weitere gemeinsame Nummern entstanden mit Pop-Acts wie Gary Numan und Jamelia. Afrika Bambaataa ist auch heute noch als DJ und Präsentator diverser Acts unterwegs und nimmt weiterhin Platten auf; sein letztes Album "Death Mix 2" erschien 2006 bei seinem Stammlabel Tommy Boy Records.

Solo-Diskographie

Alben
Singles, EPS

Referenzkünstler

Weblinks