Aerosmith

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Aerosmith
Aerosmith 2008
Aerosmith 2008
Herkunft: Boston, Massachusetts, USA
Aktiver Zeitraum: seit 1970
Genres: Hardrock, Bluesrock
Labels: Columbia, Geffen
Homepage: Aerosmith.com
Line-Up:
Steven Tyler: Gesang
Joe Perry: Leadgitarre (1970-1979, seit 1984)
Brad Whitford: Rhythmusgitarre (1971-1980, seit 1984)
Tom Hamilton: Bass
Joey Kramer: Schlagzeug
Ehemalige Mitglieder:
Ray Tabano: Rhythmusgitarre (1970-1971)
Jimmy Crespo: Leadgitarre (1979-1984)
Rick Dufay: Rhythmusgitarre (1980-1984)

Die 1970 gegründeten Aerosmith sind eine der langlebigsten und trotz zwischenzeitlicher Karriereknicks und Phasen von Drogenexzessen erfolgreichsten Hardrockbands überhaupt.

Bandgeschichte

In punkto Unkaputtbarkeit trotz persönlicher Tragödien, wechselnder Trends und massivem Drogeneinsatz sind sie wohl nur mit den Stones zu vergleichen: Aerosmith, die "bad boys from Boston", die in den 1970er erst den Höhenflug probten, dann tief stürzten und inzwischen zu lebenden Rocklegenden mutiert sind. Die prototypische amerikanische Hardrockgruppe formierte sich um 1970 um Sänger und Knautschlippe Steven Tyler, dessen persönlichen Keith Richards Joe Perry, Rhythmusgitarrist Brad Whitford, Bassist Tom Hamilton und Drummer Joey Kramer. 1973 folgte das erste, selbstbetitelte Album bei Columbia, das mit Dream On und Mama Kin gleich zwei Bandklassiker enthielt und den typischen Bandsound aus straightem, bluesigem Hardrock mit eingängigen Refrains prägte. Die nachfolgenden Alben "Get Your Wings" (1974), "Toys in the Attic" (1975) und "Rocks" (1976) zementierten Aerosmiths Status als erfolgreichste US-Hardrockband der Dekade, öffneten allerdings auch der zeitgemäßen hochprozentigen Mischung aus Sex, Drugs and Rock'n'Roll alle Türen. Ergebnis war – neben dem an die "Glimmer Twins" Mick Jagger und Keith Richards angelehnten Spitznamen "Toxic Twins" für Tyler und Perry – ein verschärftes Heroinproblem in der Gruppe, was 1979 schlussendlich dazu führte, dass die beiden Original-Gitarristen Perry und Whitford die Gruppe verließen. Perry startete ein Soloprojekt, die Rest-Rumpfband versuchte die entstandene Lücke mit Ersatzmusikern zu füllen, was jedoch sowohl künstlerisch wie kommerziell misslang.

In den düsteren Jahren von 1979 bis 1984 führten Aerosmith ein Schattendasein, bis die Rettung in Gestalt von – jawohl – Guns N' Roses kam. Diese seinerzeit von Majorlabels heiß umworbenen Gossenrocker hatten den Labelgrößen die Bedingung aufgestellt, nur dann zu unterzeichnen, wenn die von der Band innig verehrten Aerosmith ebenfalls wieder einen Vertrag kriegen würden. Geffen sagten ja, und 1985 stand die Originalbesetzung der Gruppe wieder auf dem Backcover des Albums "Done With Mirrors". Dieses brachte zwar noch nicht das ersehnte Comeback im großen Stil, doch dann kam das Jahr 1986 und mit ihm der Song, mit dem die erste Welle des Crossover aus Rap und Rock noch heute identifiziert wird: Walk This Way, das ursprünglich vom Aerosmith-Album "Toys in the Attic" stammte und das die Hardrocker nun zusammen mit der legendären Rap-Crew Run-D.M.C. neu einspielten. Der Song wurde ein weltweiter Hit und machte die zwischenzeitlich vergessene Gruppe einer neuen Generation – dem MTV-Publikum – bekannt, und mit der im selben Jahr erfolgenden Entziehungskur war die Band selbst auch wieder in der Verfassung, ihr wirkliches Comeback-Album einzuspielen. 1987 kam dieses dann unter dem Titel "Permanent Vacation" in die Läden und machte das Vorhaben wahr: Die Platte verkaufte sich mehr als fünf Millionen Mal, und die Singles "Dude (Looks Like a Lady)" und "Rag Doll" wurden Video- und Charthits. 1989 folgte das noch erfolgreichere "Pump" mit u.a. Janie's Got a Gun und Love in an Elevator, und mit dem 1993 erschienenen "Get a Grip" bewiesen Aerosmith, dass sie selbst den Todesstoß für den 80er-Hardrock – nämlich Grunge – überleben konnten, indem sie sich in Sound und Texten teilweise ernsthafter und moderner präsentierten, trotzdem aber genug Vertrautes boten, um den klassischen Aerosmith-Fan nicht zu vergraulen.

Nachdem man mit den Videos zu Cryin, Amazing und Crazy quasi im Vorbeigehen noch die Karrieren von Alicia Silverstone und Steven Tylers Tochter Liv Tyler angeschoben hatte, konnte man sich mit dem nächsten Album wieder etwas mehr Zeit lassen, und nach der Best Of "Big Ones" von 1994 erschien "Nine Lives" dementsprechend erst 1997. Es erzeugte nicht mehr ganz den Wirbel wie die vorigen Releases, und erst die unentrinnbare Ballade I Don't Want to Miss a Thing zum Film "Armageddon" (in dem übrigens besagte Liv Tyler ebenfalls mitspielte) bescherte Aerosmith 1998 wieder weltweite Aufmerksamkeit, wenn auch eher im Kontext balladenhaften Rockschaffens (und adäquaten Publikums). 2001 kam dann – neben der lang erwarteten Einführung der Band in die Rock and Roll Hall of Fame – "Just Push Play" und zeigte die scheinbar alterslose Band wieder im Top-Ten-Bereich grasend, unterstützt von der Single Jaded. Mit "Honkin' on Bobo" von 2004 zollte die Gruppe ihrer alten Liebe, dem Blues, Tribut. Das nächste, insgesamt fünfzehnte Studioalbum von Aerosmith war zunächst für 2008 angekündigt, ist aber bis heute nicht erschienen. Stattdessen gingen Steven Tyler und Joe Perry jeweils auf Solotour und verkrachten sich zusehends in der Öffentlichkeit über u.a. Tylers Drohungen, die Band für einen Posten als "American Idol"-Jurymitglied (!) zu verlassen; zudem forderten auch die Jahrzehnte des Bühnenturnens – mit und ohne Drogenunterstützung – ihren Tribut von den inzwischen reichlich sechzigjährigen Rockern, da insbesondere Tyler öfters in ärztliche Behandlung musste. Das nächste Studioalbum "Music From Another Dimension!" soll aber dennoch in klassischer Besetzung Ende 2012 erscheinen.

Kollaborationen

Diskographie

Alben
  • 1973 Aerosmith
  • 1973 Get Your Wings
  • 1975 Toys in the Attic
  • 1976 Rocks
  • 1977 Draw the Line
  • 1979 Night in the Ruts
  • 1982 Rock in a Hard Place
  • 1985 Done with Mirrors
  • 1987 Permanent Vacation
  • 1989 Pump
  • 1993 Get a Grip
  • 1997 Nine Lives
  • 2001 Just Push Play
  • 2004 Honkin' on Bobo
  • 2005 Rockin' the Joint
  • 2006 Devil's Got a New Disguise
  • 2011 Tough Love: Best of the Ballads
  • 2012 Music From Another Dimension!

Charts

Jahr Titel Charts
D UK US A CH SV NL F P DK NOR FIN AUS NZ
1975 Get Your Wings 74
1975 Toys In The Attick 11
1976 Aerosmith 21
1976 Rocks 3
1978 Draw The Line 11
1979 Live! Bootleg 13
1980 Aerosmith's Greatest Hits 53
1980 Night In The Ruts 14
1982 Rock In A Hared Place 32
1986 Classics! Live 84
1987 Greatest Hits 154
1987 Permanent Vacation 37 11
1988 Gems 133
1989 Pump 13 3 5 9 8 9
1991 Pandora's Box 45
1993 Get A Grip 3 2
1
3
1
3 2 3
1994 Pandora's Toys 52 14 21 41
1994 Big Ones 5 7 6 4 6 5 8 9 4
1997 Nine Lives 3 4
1
2 3 3 17 5 6
1
14
1998 A Little South Of Sanity 21 36 12 37 24 16 34 39 24
2001 Just Push Play 6 7 2 7 3 19 32 32 19 24 8 27
2002 Young Lust: The Aerosmith Anthology 78 32 191 30 21 48 15
2002 O Yeah - Ultimate Hits 6 4 90 23 9
2004 Honkin' On Bobo 32 28 5 22 17 38 64 52 35
2005 Rockin' The Joint: Live At The Hard Rock Hotel Las Vegas 24 97
2006 Devil's Got A New Disguise: The Very Best Of Aerosmith 80 31 33 75 30 31 2
Singles
1973 Dream On 59
1973 Sweet Emotion 36
1976 Dream On 6
1976 Home Tonight 71
1976 Last Child 21
1977 Back In The Saddle 38
1977 Draw The Line 42
1977 Walk This Way 10
1978 Come Together 23
1978 Kings And Queens 70
1979 Chip Away The Stone 77
1980 Remember (Walking In The Sand) 67
1982 Lightning Strikes 21
1986 Walk This Way (mit Run DMC) 13 4 8 26 9
1987 Dude (Looks Like a Lady) 14
1988 Angel 3
1988 Rag Doll 17
1989 Love In An Elevator 13 5 33
1989 Water Song/Janie's Got a Gun 4 12
1
1990 Dude (Looks Like a Lady) 20
1990 What It Takes 9 46
1990 The Other Side 22
1993 Amazing 24
1993 Livin' On The Edge 19 18 21 29 42 4 21
1993 Eat The Rich 34
1993 Cryin' 7 17 12 5 4 3 5 6
1
1994 Dream On 14
1994 Amazing 28 27 16 24 12 5
1994 Shut Up And Dance 24
1994 Crazy 43 23 17 28 28
1994 Blind Man 89 23 48 37 9
1997 Falling In Love (Is Hard On The Knees) 40 22 35 35 22 23 76 7 46
1997 Hole In My Soul 75 29 51
1997 Pink 81 38 58
1998 I Don't Want To Miss A Thing
1
4
1
1
1
2 3 8
1
3
1
1998 Pink 13 27
2001 Jaded 48 13 7 47 30 42 54 41
2001 Fly Away From Here 94 99

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts Leser Charts
Musikexpress Rolling Stone Spex Musikexpress
1989 Pump
10
1993 Get A Grip
15
4
1997 Nine Lives
22
Singles
1989 Love In An Elevator
11

All-Time-Charts

Rocks
Toys in the Attic
Pump

Referenzbands

Coverversionen

Aerosmith covern...
  • All Your Love von Otis Rush
  • Amazing von Lucky Millinder & his Orchestra
  • Baby, Please Don't Go von Big Joe Williams
  • Back Back Train (Traditional)
  • Big Ten Inch Record von Bull Moose Jackson
  • Chip Away The Stone von Richard Supa
  • Come Together von den Beatles
  • Cry Me A River von Julie London
  • Dude (Looks Like A Lady) von Queen
  • Eyesight To The Blind von Sonny Boy Williamson
  • Give Peace a Chance von John Lennon (auf Make Some Noise)
  • Helter Skelter von den Beatles
  • I Ain't Got You von Jimmy Reed
  • I'm Down von den Beatles
  • I'm Ready von Muddy Waters
  • Jesus Is On The Main Line (Traditional)
  • Let The Music Do The Talking von Joe Perry Project
  • Love Me Two Times von The Doors
  • Milk Cow Blues von Kokomo Arnold
  • Never Loved A Girl von Aretha Franklin
  • Remember (Walking In The Sand) von den Shangri-Las
  • Road Runner von Bo Diddley
  • Rockin' Pneumonia And The Boogie Woogie Flu von Huey "Piano" Smith & The Clowns
  • Shame Shame Shame von Jimmy Reed
  • Stop Messin' Around von Fleetwood Mac
  • Temperature von Little Walter
  • Think About It von den Yardbirds
  • Train Kept A Rollin' von Tiny Bradshaw
  • Walking The Dog von Rufus Thomas
  • You Got To Move von Mississippi Fred McDowell
  • Give Peace A Chance (feat. Sierra Leone's Refugee All Stars) von John Lennon
Aerosmith werden u.a. gecovert von...

Videoclips

Weblinks