AC/DC

Aus indiepedia.de
Wechseln zu: Navigation, Suche

AC/DC wurden 1973 in Sydney, Australien gegründet.

Bandgeschichte

Bei AC/DC handelt es sich wohl um eine der einflussreichsten Hardrock- und Heavy Metal-Formationen aller Zeiten. Neben anderen 70er-Pionieren wie Led Zeppelin, Black Sabbath, Queen, Kiss und Deep Purple hat wohl keine Band so das Image dieser Stilrichtung so geprägt wie die Australier: Der prototypische genialisch-infantile Leadgitarrist Angus Young in seiner Schuluniform, die simple und gleichzeitig unkaputtbar-kraftvolle Songstruktur und schließlich – im legendären Frontmann Bon Scott – sowohl textlich wie auch im Lifestyle die Inkarnation von Sex, Drugs and Rock'n'Roll. Allein die Tendenzen der anderen Bands – Black Sabbath mit Abstrichen – in Richtung Progressive Rock/Artrock oder anderen hippieesken Klängen markieren einen wichtigen Unterschied zu AC/DC, die stets ihrem Credo des simpel-effektiven Rock'n'Roll treu geblieben sind.

Angefangen hat die ganze Geschichte in den frühen 70er Jahren, als die Brüder Malcolm und Angus Young (der damals gerade mal das Teenageralter erreicht hatte) gemeinsam eine Band gründeten, die sich an klassischem Rock'n'Roll orientierte, diesen aber mit wesentlich mehr Druck und Dreck auf die Bühne bringen wollte. Bis 1975 stand dann erste klassische Lineup mit Drummer Phil Rudd, Bassist Mark Evans und dem Sänger Bon Scott, der ironischerweise zuerst der Busfahrer der Band gewesen war, dann aber den Ur-Vokalisten Dave Evans 1974 abgelöst hatte. Mit den ersten beiden, zunächst nur in Australien veröffentlichten Alben TNT und High Voltage von 1975 und 1976 stand dann auch endgültig das zementharte Image der Band als dickschädelige, primitiv anmutende, über Sex, Gewalt und das harte Leben on the road singende Hardrock-Prototypen. Der Fokus von Fans und Medien stand eindeutig auf dem Leadgitarristen Angus Young und dem Sänger Bon Scott, der seinerseits keine Gelegenheit ausließ, über die Stränge zu schlagen. Die weiteren, inzwischen auch international (über Capitol) releasten Alben Dirty Deeds Done Dirt Cheap (1977), Let There Be Rock (1977), Powerage (1978) und Highway To Hell (1979) machten AC/CD dann auch im Rest der Welt zu Rock-Superstars, und die von Zehntausenden Fans mitgegrölten titelgebenden Hymnen der Platten erschütterten die Stadien der Welt.

Dass der gerade im Hardrock- und Metalsektor gerne bemühte Mythos eines Lebens ohne Grenzen jedoch nicht ohne Opfer auskommt, mussten auch AC/DC erfahren, und zwar ausgerechnet auf der Höhe ihres Erfolgs. Ende 1979 war gerade das bislang erfolgreichste Album der Band mit dem Tiel Highway To Hell veröffentlicht worden, als Bon Scott am 19. Februar 1980 in London auf dem Rücksitz des Wagens eines Freundes starb. Wie beim Dahinscheiden von Rock'n'Roll-Helden allgemein üblich, bildeten sich sofort Legenden und Verschwörungstheorien um seinen Tod, und lange wurde vom "klassischen" Dahinscheiden durch Ersticken an seinem eigenen Erbrochenen ausgegangen. In der Tat dürfte es sich um eine unglückliche Kombination aus Alkoholvergiftung und dem Asthma des Musikers gehandelt haben. Auf jeden Fall war der Hardrock im Allgemeinen und die Band AC/DC im Besonderen einer Leitfigur beraubt, und beide Parteien standen vor der Frage, wie es nun weitergehen sollte.

Schließlich kam der noch von Bon Scott selbst bewunderte Sänger Brian Johnson an den begehrten Posten hinters Mikro, auch wenn dies eine Zweiteilung der Fanschar in "Scott-Traditionalisten" und "Johnson-Progressive" mit sich brachte. Das noch 1980 erschienene Comebackalbum nannte sich pietätvoll Back in Black, lieferte aber (u.a. in den Hits Hell's Bells und dem Titeltrack) eine ebenso intensive Dosis Sex und Rock'n'Roll wie der Vorgänger und verkaufte weltweit die unglaubliche Anzahl von merh als 42 Millionen Exemplaren. Hinzu kam, dass die Unterschiede zwischen dem alten und dem neuen Sänger eher in den Details als im Grundsätzlichen lagen, so dass der Übergang von der Scott- zur Johnson-Ära insgesamt relativ geräuschlos (falls man das bei AC/DC so sagen kann) vor sich ging.

Dennoch wurde es im weiteren Verlauf der 80er Jahre schwierig für AC/DC, den Erfolg der 70er aufrecht zu erhalten. Zwar enthielt das 1981er Album For Those About To Rock (We Salute You) noch einmal einen echten Band-Klassiker, doch gab es einiges an bandinternen und sonstigen Problemem zu bewältigen: Unter anderen stieg 1983 Drummer Phil Rudd aus, das Management wechselte, und die weiteren AC/DC-Platten schnitten im Vergleich zu vergangenen Heldentaten sowohl kommerziell wie auch bei den Fans eher mau ab. Erst 1990 gelang mit The Razor's Edge und dem allseits bekannten Song Thunderstruck ein kleines Comeback, und die anschließende Welttournee (auch festgehalten auf der Doppel-LP Live, die als eines der besten Livealben aller Zeiten gilt) brachte AC/DC wieder in Richtung Top of the Rocks. In den 90ern gab es dann relativ wenig Neues von AC/DC zu hören, wenn man von der Rückkehr Phil Rudds auf den Schlagzeughocker und dem 95er Album Ballbreaker absieht. Dessen Single Big Gun schaffte es zwar auf dem Soundtrack zum Schwarzenegger-Film "True Lies", doch ansonsten war es nicht unbedingt ein Schritt in Richtung neuer Legendenbildung. Erst der 2000er Longplayer Stiff Upper Lip konnte die Mehrheit von Fans und Kritikern wieder mit Back to the Roots-Rock'n'Roll überzeugen. 2003 wurden AC/DC in die Rock'n'Roll Hall Of Fame eingeführt und konnten auf 63 Millionen verkaufte Schallplatten alleine in den USA zurückblicken. 2016 wurde Bon Scott, der unter zunehmenden Hörproblemen litt, durch Axl Rose ersetzt.

Line-Up

Aktuell:

Frühere Mitglieder:

Genres

Hardrock, Heavy Metal

Diskografie

Profil und Diskografie [1] bei Discogs

Referenzen

  • Der Begriff AC/DC bezeichnet ursprünglich die Abkürzung für den elektrotechnischen Unterschied zwischen Wechselstrom (alternating current) und Gleichstrom (direct current), ist aber auch ein Szeneterminus für Bisexualität (schönes Sample hierfür im Beck-Klassiker Where It's At: "What about those who swing both ways, AC/DC?")
  • Tocotronic verwenden den AC/DC-Titel Let There Be Rock in ihrem gleichnamigen Song auf dem Album K.O.O.K.
  • Im Smog-Song 37 Push Ups heißt es unter anderem: "I feel like Travis Bickle, I'm listening to 'Highway to Hell', it's a shitty little thing, I taped of the radio...".
  • Die Progressive Metal-Band King's X, die von den AC/DC-Mitgliedern sehr bewundert wurden, war 1990 mit auf Deutschland-Tour mit den Australiern, wurde von der intoleranten Fanschar der Heavy-Rocker allerdings dermaßen ausgebuht, dass sie auf Jahre nicht mehr in Europa live spielten. King's X verarbeiteten diese Erfahrungen auch in dem Song Lost In Germany, zu finden auf ihrem unbetitelten Album aus dem Jahre 1992.

Trivia

  • Die Idee, seine Schuluniform als Bühnenoutfit zu tragen, hatte Angus Young von seiner Schwester erhalten, nachdem frühere Kostümideen wie Spiderman oder Superman verworfen worden waren.
  • Lange Zeit wurde angenommen, der Name de Band bedeute "AntiChrist/DevilsChild", jedoch wurde später erklärt, dass der Ursprung in der verbreiteten amerikanischen Abkürzung für "Gleichstrom/Wechselstrom" liegt.

Referenzbands

Coverversionen

AC/DC werden gecovert von...

  • Mark Kozelek – If You Want Blood (auf "The Finally LP")
  • AB/CD (bekannte AC/DC-Coverband)

Charts

Jahr Titel Charts
D UK US A CH SV NL F P DK NOR FIN AUS NZ
1977 Let There Be Rock 17 154 29
1978 Powerage 26 133 19
1978 If You Want Blood You've Got It 13 113
1979 Highway To Hell 7 8 17 65 24 37
1980 Back In Black 3
1
4 6 12 8
1981 For Those About To Rock We Salute You 2 3
1
7 9 6
1981 Dirty Deeds Done Dirt Cheap 3
1982 High Voltage 146
1983 Flick Of The Switch 6 4 20 9 28 8 4
1984 '74 Jailbreak 92
1985 Fly On The Wall 14 7 32 24 19 10 17
1986 Who Made Who (From 'Maximum Overdrive') 24 11 33 28 21 21
1988 Blow Up Your Video 4 2 12 15 4 4 3
1988 Back In Black 126
1990 The Razor's Edge 4 4 2 11 2 5 2
1992 AC/CD Live 5 5 15 21 10 25 10
1992 AC/CD Live (2xCD) 15 34 7 5 9
1995 Ball Breaker 4 6 4 2
1
1
28 4
1
2
1997 Bonfire 71 90 60 56
2000 Stiff Upper Lip
1
12 7
1
2
1
36 2 6
1
33 12
2001 Live 29
2003 Back In Black 50
2003 Let There Be Rock 37
2003 Live At Donington (DVD) 44
2003 Live 44 47
2005 Family Jewels 7 13
2007 Back In Black 21
2008 Black Ice
1
1
1
1
1
1
3
1
2
1
1
1
1
1
Singles
1978 Rock 'N' Roll Damnation 24
1979 Highway To Hell 30 47
1980 Touch Too Much 13 29
1980 Whole Lotta Rosie 36
1980 You Shook Me All Night Long 29 38 35
1980 Rock 'N' Roll Ain't Noise Pollution 15
1980 Hells Bells 25
1981 Back In Black 37
1982 Let's Get It Up 33 13 44 18
1982 For Those About To Rock (We Salute You) 15
1983 Guns For Hire 37 84
1984 Nervous Shakedown 35
1986 Shake Your Foundations 24
1986 Who Made Who 16 7
1988 Heatseeker 26 12 15 7 2
1988 That's The Way I Wanna Rock 'N' Roll 22
1990 Thunderstruck 21 13 16 4
1990 Moneytalks 36 23 21
1991 Are You Ready 38 34 18
1992 Highway To Hell (live) 14 37 36 35 29
1993 Big Gun 20 23 65 23 5 11 18 14 8 19
1995 Hard As A Rock 25 33 28 19 26 4
1
14 16
1996 Ballbreaker 49 36
2000 Stiff Upper Lip 18
2001 Satellite Blues 23
2006 '74 Jailbreak – EP 5

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts Leser Charts
NME Spex Musikexpress Spex Intro Musikexpress Rolling Stone Visions
1995 Ballbreaker 36 49
2008 Black Ice 29 12 4 21
Singles
1990 Thunderstruck 24
2000 Stiff Upper Lip 56
2008 Rock'n'Roll Train 7

All-Time-Charts

High Voltage
Let There Be Rock
Highway To Hell
Back In Black

Weblinks