Steve Albini
Albini, geboren am 22. Juli 1962 in Montana, war von Anfang an mit seiner Band Big Black teil der Noise-Hardcore Szene Mitte der 1980er Jahre in den USA. Der Sound von Big Black beeinflusste Bands wie Nine Inch Nails, Ministry, Godflesh u.a. Nachdem sich Big Black 1986 auflösten begann Albini in Chicago ein Studio aufzubauen und produzierte erst mal fleißig vor sich hin.
Nach einer Weile stellte er aber fest, dass er weiter auch selbst Musik machen wollte und gründete mit Rey Washam und David Wm Sims von Scratch Acid (später Jesus Lizard) die Band Rapeman, benannt nach einem (von einer Frau gezeichneten) Manga-Comic. Nach Albinis Aussage hatten die darauffolgenden Proteste weniger mit dem Bruch der Band zu tun als innere Konflikte. Er war schon einiges von seiner Zeit als Sänger von Big Black gewohnt, doch werden die Proteste von Musikkritikern immer noch als Hauptgrund gemutmaßt.
Ideologie
Steve Albini ist von jeher ein eiserner Verfechter des DIY/Hardcore/Punkrockselbstverständnisses. Alle Veröffentlichungen seiner selbst und der meisten von ihm produzierten Musik finden darum auch auf Indielabels (meist Touch & Go) statt, und das Verhältnis zu seinen ehemaligen Musikerfreunden wurde schon desöfteren beschädigt, weil diese zu Majorlabels wechselten (Sonic Youth, Urge Overkill...). Seine beiden Electric Audio Studio in Chicago sind darum aber auch Anlaufpunkte für Bands weltweit. Die Studios, die komplett mit Punkmusik finanziert wurden und auf höchstem technischen Niveau sind, stehen allen Bands die kommen offen; bezahlt wird nur die Zeit, die Albini als Record Engenieer (er hasst das Wort Produzent, da er sich als Hilfe nicht Exekutive begreift) verbringt. Das Geld, das er verlangt, hängt vom Bekanntheitsgrad der Band ab. So sind Indiebands meist voll des Lobes über seine professionelle und günstige Produktion. Geffen musste hingegen für die Produktion von Nirvanas "In Utero" mächtig in die Tasche greifen. Weiteres Beispiel: Für Pixies "Surfer Rosa" verlangte er 1500$. Als die Band später berühmter war, mussten sie für einen Song 4000$ bezahlen.
Produktionen (Auszug)
- Breeders – Pod und Title TK (letzteres nachdem mehrere Produzenten an Kim Deals Drogenkonsum scheiterten)
- Bush – Razorblade Suitcase
- Jarvis Cocker – Further Complications
- dOUBT - Box Of Headaches
- Godspeed You! Black Emperor – Yanqui X.U.O.
- PJ Harvey – Rid of Me
- High Dependency Unit – Fire Works
- High on Fire – Blessed Black Wings
- Jesus Lizard – Goat und Liar
- Joanna Newsom – Ys
- Nine Inch Nails – Fragile
- Nirvana – In Utero
- Pixies – Surfer Rosa
- Slint – Tweez
- Whitehouse – Halogen und Quality Time
weitere: Helmet, !!!, Brainiac, Urge Overkill, Gore, The Wedding Present, Head of David, AC Temple, Scrawl, Pussy Galore, Boss Hog, Zeni Geva, Tar, Shorty, Mono, The New Year, Alien Boys, Honey for Petzi, Valina ...