Nico
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| Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Ein Artikel zu dem gleichnamigen Drum'n'Bass-Produzenten Nicholas „Nico" Kristian Sykes muss noch geschrieben werden. |
| Nico Christa Päffgen (Krista Nico, Nico Otzak, Krista Päffgen) | ||
|---|---|---|
| Herkunft: | Köln, Deutschland | |
| Geboren: | 16. Oktober 1938 als Christa Päffgen | |
| Gestorben: | 18. Juli 1988 auf Ibiza | |
| Aktiver Zeitraum: | 1965–1988 | |
| Genres: | Chanson, Avantgarde, Pop | |
| Instrumente: | Gesang | |
The Velvet Underground (1966/1967) | ||
Nico war eine deutsche Schauspielerin, Model und Sängerin, die zusammen mit The Velvet Underground deren Debütalbum aufnahm sowie zahlreiche Soloalben, die zum Teil zusammen mit John Cale entstanden.
Inhaltsverzeichnis |
Biographie
Christa Päffgen wurde wahrscheinlich am 16. Oktober 1938 in Köln geboren (andere Quellen geben allerdings den 15. März 1943 in Budapest an). Ihr Vater wurde kurz nach ihrer Geburt zur Wehrmacht eingezogen und kehrte nicht mehr zurück. Ihre Mutter zog nach dem Krieg nach Berlin und arbeitete dort als Schneiderin.
Christa wurde mit 16 Jahren als Fotomodell entdeckt. 1954 verließ sie die Schule und arbeitete als Mannequin für den Modedesigner Heinz Oestergaard, der ihr einen Auftritt in Federico Fellinis Film La Dolce Vita (1961) verschaffte. Aufgrund ihrer erfolgreichen Modelkarriere zog sie 1956 (nach anderen Quellen 1959) nach Paris, wo sie den Filmemacher Nico Papatakis kennenlernte, von dem sie den Spitznamen Nico übernahm.
Nach ersten Filmerfahrungen besuchte sie in New York die Schauspielschule von Lee Strasberg. Sie lernte Bob Dylan, Brian Jones von den Rolling Stones und Jimmy Page von Led Zeppelin kennen. 1962 kam ihr Sohn Aaron zur Welt, Alain Delon bestritt aber die Vaterschaft.
1964 lernte Nico über Bob Dylan Andy Warhol kennen, der 1965 ihre erste Single "I'm Not Sayin" produzierte. Sie spielte in seinem Film "Chelsea Girls" mit. Warhol brachte sie auch mit der Band Velvet Underground zusammen, deren Debutalbum The Velvet Underground & Nico (1967) erschien. Ihre charakteristische, tiefe Stimme und ihr deutscher Akzent machten sie unverwechselbar. Sie hatte eine kurze Liebesbeziehung zu Lou Reed, der Songs wie "Femme Fatale" und "All Tomorrows Party" für sie schrieb. Er war jedoch auch die treibende Kraft, der sie aus der Band drängen wollte (sie war nie offizielles Mitglied von Velvet Underground). Er bemängelte beispielsweise ihre angeblichen Intonationsprobleme.
Nicos neuer Förderer wurde jedoch Reeds Bandkollege John Cale. 1968 nahm sie mit seiner Hilfe ihr erstes Solo-Album "Chelsea Girl" auf, auf dem u.a. Bob Dylan, Lou Reed, Jackson Browne und Cale selbst mitspielten. Cale produzierte auch die Nachfolgeralbum "The Marble Index" und "Desertshore".
Auf dem 1974er Album "The End" sang sie unter anderem das Deutschlandlied und eine düstere Version des Doors-Songs "The End". 1981 nahm sie ihr vorletztes Studioalbum "Drama of Exile auf", dessen Master-Bänder unter ungeklärten Umständen abhanden kamen. Das Album wurde ein zweites Mal in etwas veränderter Besetzung aufgenommen. Beide Versionen kamen auf den Markt, Nico bezeichnete die auf der Erstfassung beruhende LP als Bootleg. 1985 nahm sie dann - wiederum mit John Cale als Produzenten - und begleitet von der Band The Faction ihr nun endgültig letztes Studioalbum "Camera Obscura" auf.
Nico, die stark heroinabhängig war, starb am 18. Juli 1988 auf Ibiza nach einem Fahrradunfall an einer Hirnblutung. Sie wurde am Rande Berlins auf dem Friedhof Grunewald-Forst im Grab ihrer Mutter beigesetzt. [1]
Solo-Diskographie
- 1968 Chelsea Girl
- 1969 The Marble Index
- 1970 Desertshore
- 1973 The End
- 1981 Drama of Exile
- 1984 Camera Obscura
- 1986 Behind the Iron Curtain
posthum:
Livemitschnitte
- 1974 June 1, 1974
- 1982 Do or Die: Nico in Europe (tour diary)
- 1985 Nico Live in Pécs
- 1986 Live Heroes
- 1987 Nico in Tokyo
- 1988 Fata Morgana (Nico's Last Concert)
All-Time-Charts
- These Days (Song)
Kompilationsbeiträge
- 2006 "Frozen Warnings" auf Forever Changing: The Golden Age of Elektra Records 1963–1973
Trivia
- Mit ihrem kühlen Image und dem nihilistischen Sound ihrer Alben wurde Nico zur Vordenkerin von Dark Wave und Gothic, aber auch Musiker anderer Genres, wie Ambient, Noise oder Punk, berufen sich auf sie.
- In Wes Andersons "The Royal Tenenbaums" kommen mit "The Fairest of the Seasons" und dem Jackson Browne-Cover, "These Days" zwei Nico-Songs vor.
Referenzkasten
- Angelika Express widmen ihr den Song "Nico Päffgen".
Coverversionen
Nico wird gecovert von
- Barbara Manning - These Days
- Domotic - These Days
- Espers - Afraid
- Phantom/Ghost - These Days
- Stereo Total - Chelsea Girls
- Patrick Wolf - Afraid
- Mercury Rev - Afraid
- Martin Gore - Das Lied vom einsamen Mädchen (als Hommage an Nico, auch wenn es ursprünglich nicht von ihr ist)
- Mates Of State - These Days
Nico covert
- Heroes von David Bowie
- The End von den Doors
- Das Lied vom einsamen Mädchen von Marlene Dietrich (komponiert von Werner Richard Heymann und Robert Gilbert)
Film
- 1960 "La Dolce Vita" von Fellini
- 1966 "Chelsea Girls" von Andy Warhol
- 1995 "Nico Icon" von Susanne Ofteringer, Dokumentarfilm
Literatur
- 1993 Richard Witts - Nico: The Life and Lies of an Icon, Virgin Books, London. ISBN 0-86369-655-4
- 1992 James Young - Nico: Songs They Never Play On the Radio, Bloomsbury Publishing Ltd:, London. ISBN 0-7475-4411-5
