Mad Season
| Mad Season | ||
|---|---|---|
| Herkunft: | Seattle, Washington, USA | |
| Aktiver Zeitraum: | 1994–1999 | |
| Genres: | Grunge | |
| Labels: | Columbia Records | |
| Homepage: | Fanpage | |
Layne Staley: Gesang (1994-1997) Mike McCready: Gitarre John Baker Saunders: Bass (1994-1999†) Barrett Martin: Schlagzeug Mark Lanegan: Gesang bei Long Gone Day und I'm Above; Leadsänger im Disinformation-Lineup (1997-1999) | ||
Die Grunge-Supergroup Mad Season wurden 1994 in Seattle von Mitgliedern von Screaming Trees, Walkabouts, Alice in Chains und Pearl Jam gegründet. Die Gruppe benannte sich 1997 in Disinformation um und löste sich 1999 nach dem Tod ihres Mit-Initiators John Baker Saunders auf.
Inhaltsverzeichnis |
Bandgeschichte
Eine der originelleren und letztlich doch wieder diverse Rock'n'Roll-Klischees bestätigenden Hintergrundgeschichten hatte die Grunge-Supergroup Mad Season. Der vom Erfolg seiner Hauptband Pearl Jam überforderte und in Folge dessen heroinabhängig gewordene Gitarrist Mike McCready begab sich im Jahre 1994 in die Reha, um seiner Drogenprobleme Herr zu werden. Dort traf er den ebenfalls von der Nadel wegzukommen versuchenden ehemaligen Walkabouts-Bassisten John Baker Saunders, und die zwei Leidensgenossen wurden Freunde. Natürlich begann man auch sofort an zu jammen, und als ihr Klinikaufenthalt beendet war, hatte man bereits diverse Songs zusammen geschrieben. Die melancholischen Nummern passten jedoch nicht ins Pearl Jam-Repertoire, und so suchten sich McCready und Saunders andere Mitstreiter. Diese entstammten ebenfalls nicht gerade kleinformatigen Grunge-Combos, denn den Schlagzeughocker besetzte Barrett Martin von den Screaming Trees und brachte gleich seinen Bandfreund Mark Lanegan mit, der bei einigen Songs auch hinterm Mikro stand. Den Hauptteil der Vocals und einen ebenso großen Teil der Atmosphäre des Sounds hatte allerdings Alice in Chains-Sänger Layne Staley zu verantworten, der Ende 1994 ebenfalls zur Gruppe stieß, die sich zunächst The Gacy Bunch (nach dem Serienmörder John Wayne Gacy und der 70er-Familienserie "The Brady Bunch") und schließlich Mad Season nannte. Natürlich waren diverse Majorlabels sofort an diesem vielversprechenden All-Star-Ensemble interessiert, und schließlich machten Columbia Records das Rennen.
Ihren ersten Liveauftritt hatten Mad Season im Januar 1995 im Rahmen der von Pearl Jam initiierten Radioshow "Self Pollution Radio", bei der auch Soundgarden auftraten und die Allstar-Band die beiden Songs Lifeless Dead und I Don't Know Anything performte. Diese waren auch auf dem im März desselben Jahres erschienenen Debütalbum "Above" vertreten, zusammen mit acht weiteren Tracks und einem von Layne Staley selbst entworfenen Artwork. Klangmäßig war der Mad Season-Stil logischerweise stark an die akustischen Alice in Chains-Nummern angelehnt, trug teilweise aber auch bluesige und jazzige Züge, und natürlich kamen auch die Grunge-assoziierten verzerrten Gitarren zum Einsatz. Das Album wurde von Kritik und Käufern begeistert aufgenommen, und eine kleine Tour folgte im Frühjahr 1995, woraus schließlich das Live-Video "Live at the Moore" destilliert wurde.
Danach wurden Mad Season einstweilen zu den Akten gelegt, weil die einzelnen Mitglieder sich wieder ihren jeweiligen Hauptbands widmen wollten. Diese Bandpause sollte sich letztlich jedoch als das Ende von Mad Season erweisen, da Layne Staleys Drogenproblem bereits 1996 so schlimm geworden war, dass er nicht mehr in der Lage war, sich musikalisch zu betätigen. Da die übrigen drei Bandmitglieder jedoch trotzdem weitermachen wollten, wurde der bisherige Gastvokalist Mark Lanegan 1997 als neuer Leadsänger ins Lineup aufgenommen. Fortan nannte man sich Disinformation und plante die Aufnahmen eines neuen Albums. Dies kam jedoch zunächst durch die sich überschneidenden Arbeitspläne der jeweiligen Hauptbands nicht zustande, und das endgültige Ende des Projekts war gekommen, als John Baker Saunders im Januar 1999 an einer Überdosis Heroin verstarb. Layne Staley sollte ihm gute drei Jahre später folgen, als auch er den Folgen seines Drogenkonsums erlag.
2012 gab Mike McCready bekannt, dass die verbliebenen Bandmitglieder nicht nur an einer Wiederveröffentlichung von "Above" und an einem Livealbum von Mad Season arbeiteten, sondern auch beabsichtigten, die 1997 eingespielten Instrumentaltracks für die zweite Langspielplatte der Band mit neuem Gesang als reguläres Studioalbum zu veröffentlichen.
Diskographie
- Alben
- Singles/EPs
Charts
| Jahr | Titel | Charts | |||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| D | UK | US | A | CH | SV | NL | F | P | NOR | FIN | DK | AUS | NZ | ||
| 1995 | Above | — | — | 24 | — | — | 46 | — | — | — | 24 | — | — | — | — |
Kompilationsbeiträge
- 1996 River of Deceit (Live) auf "Bite Back – Live at the Crocodile Cafe" (PopLlama)
Referenzkasten
- Der Ausdruck "the mad season" ist eine englische Bezeichnung für die Zeit des Jahres, wenn die psilocybinen Pilze ("Magic Mushrooms") zu wachsen beginnen.
Referenzbands
- Alice in Chains, Pearl Jam, Screaming Trees, Walkabouts sowie andere Grunge-Supergroups wie Temple of the Dog, M.A.C.C. und Hater
Coverversionen
Mad Season covern...
- 1995 I Don't Wanna Be a Soldier von John Lennon auf "Working Class Hero: A Tribute to John Lennon"
Videos
- 1995 Live at the Moore (Livekonzert plus 2 Videoclips, VHS)
Weblinks
William DuVall | Jerry Cantrell | Mike Inez | Sean Kinney
Layne Staley | Mike Starr
Facelift | Dirt | Alice in Chains | Black Gives Way to Blue
SAP | Jar of Flies | Unplugged
Alice Mudgarden | Mad Season | Seattle Scruffs