Jens Rachut
Aus indiepedia.de
Jens Rachut (* 1957 in Hamburg) ist Sänger der Hamburger Punk-Bands Angeschissen, Blumen am Arsch der Hölle, Dackelblut, Kommando Sonne-nmilch und Oma Hans und vielleicht einer der letzten großen Exzentriker der hiesigen Punk-Szene.
Wie die genannten Bands sind auch seine Auftritte legendär, vor allem auch wegen seiner stets unterschiedlichen Kopfbedeckungen. Man hat ihn schon mit Sombrero und in Kochschürze (mit nichts darunter) singen sehen.
Bei allen genannten Bands war Rachut auch für die Texte zuständig. Fernab üblicher Punk-Klischees und Sloganeering sind seine Texte kleine, oft schon eher literarische, nie aber hochgestochene Beobachtungen der Welt. Dabei geht es oft absurd, nie aber kalkuliert schrullig zu; er singt über die Haushaltspflichten von Berufskillern, japanische Terroristen, norwegische Fischfänger, über den Papst, die Neurosen von Polizeispitzeln und den Einfluß neuzeitlicher Bauweisen auf das Sexualleben. Abstrusitäten allenthalben, aber nie Nonsens; ganz im Gegenteil: Rachut nimmt seine Sujets und Figuren ernst. Kurzum: Seine Texte sind einmalig (und können beispielsweise auch auf der Website von Schiffen Records, wo die meisten Platten von "Rachut-Bands" veröffentlicht wurden, gelesen werden).
In jüngster Zeit war Jens Rachut auch als Theater-Schauspieler an der Berliner Volksbühne und im Schauspielhaus Zürich tätig. Er spielte dort in den Inszenierungen von Schorsch Kamerun "Schön Ist Gewesen", "Eisstadt" und "Macht Fressen Würde". Aktuell ist Rachut in der Schorsch Kamerun-Inszenierung "Der Chinese Im Kinderbett" im schauspielhannover (Staatstheater-Hannover) zu sehen.
