Friedel Muders

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Friedel Muders zählt mit Nikel Pallat und Jörn Heinecker zu den Urvätern der deutschen Independent-Szene.

Biographie

Nach seinem Design- und Kunst-Studium übernahm Friedel Muders 1979 bei Schneeball, einem der ersten deutschen Independent-Labels, für Gruppen wie Ton Steine Scherben, Embryo und Missus Beastly die Vertriebskoordination und für einige Veröffentlichungen die Covergestaltung.

Als mit der "Punk-Explosion" Anfang der 80er Jahre immer mehr Gruppen mit eigenen Schallplattenproduktionen bei Schneeball um Vertrieb baten, da es ja keine anderen Vertriebsstrukturen gab, stellte sich der kollektive Anspruch bei Schneeball als zu starr heraus und Friedel Muders verließ Schneeball. Nach seinem Weggang entstand aus seinem aufgebauten Vertreternetz 1981 der erste deutsche Independent-Vertrieb Energie für alle.

Friedel Muders kam dann in Kontakt mit einigen Studenten aus dem Ruhrgebiet, die Schallplatten aus England importierten. Als man dort feststellte, dass sie mehr Platten in Deutschland verkauften als in England, beschloss man, dass sie diese – damals noch Vinyl – direkt in Deutschland pressen sollte. Friedel Muders übernahm dafür die Produktions-Abwicklung und die Gestaltung der Cover. Die Firma, die sich daraus entwickelte, war Rough Trade Distribution (siehe hierzu auch Rough Trade).

Als Rough Trade Deutschland 1984 in eine finanzielle Krise geriet, gründete Muders sein eigenes Label Fuego. Fuego veröffentlichte von 1984 bis 1994 fast 40 Veröffentlichungen und zählte mit über 70.000 verkauften Tonträgern des Albums "Pluto" der Gruppe M. Walking on the Water zu einem der erfolgreichsten deutschen Independent-Labels. Mit dem Erfolg kamen die Majorangebote und damit wandelte sich Fuego mehr zu einer Management- und Design-Company für Künstler wie auch für Auftragsproduktionen; die Veröffentlichung von Tonträgern wurde 1994 eingestellt.

Im Jahr 2000 erhielt Friedel Muders für die Gestaltung und Betreuung der Künstler-Webseiten der Gruppe Guano Apes den deutschen Musikpreis Echo und den vom Musiksender VIVA verliehenen Comet. Er zählt zu einem der bekanntesten deutschen Gestalter für CD-Artwork, DVDs und Webseiten der deutschen Musik- und Rock-Szene und führt diese gestalterische Tätigkeit neben seiner Tätigkeit als Label-Inhaber auch weiter aus.

Mit dem Start der Online-Plattformen wie iTunes, Musicload, eMusic, etc. startete Friedel Muders zur Popkomm 2004 seine Musikveröffentlichungen auf Fuego wieder als reines "Online-Only-Label" und bietet seither über den Digitalvertrieb Zebralution ein breites Spektrum an aktuellen Indie-Bands wie auch Re-Issues von alten Fuego-Bands, von deren Platten viele nie auf CD veröffentlicht wurden. Im Sommer 2008 erschien die 600ste Veröffentlichung von Fuego, sodass das Label damit wieder zu den aktivsten deutschen Independent-Labels gehört.

Weblinks