Energie für alle

Aus indiepedia.de
Wechseln zu: Navigation, Suche

Energie für alle, kurz EFA, war der erste größere Indie-Vertrieb Deutschlands. EFA meldete 2004 Insolvenz an.

Geschichte

Als Ende der 70er Jahre die Independent-Kultur zunehmend an Bedeutung gewann, entwickelten sich aus dieser Szene heraus neue Firmen, die sich als Alternativen zu bestehenden und traditionellen Vertriebsstrukturen etablieren wollten. Darunter auch eine Unternehmung mit dem Kürzel EFA – Energie Für Alle! Grundstein war der zu dieser Zeit von Friedel Muders geleitete Schneeball-Vertrieb. Mit der "Punk-Explosion" war der als Kollektiv konzipierte "musikereigene" Vertrieb "Schneeball" den Anfragen unabhängig produzierender Bands nicht mehr gewachsen. Friedel Muders forderte eine Veränderung und mehr Kompetenzen, um flexibler auf die verstärkte Nachfrage nach Vertriebsanfragen freier und selbständig produzierender Bands überall in Deutschland reagieren zu können. Sein Ausscheiden bei Schneeball führte Anfang 1982 zur Gründung von EFA Medien. Gründungsmitglieder waren gleichberechtigt die ehemaligen Schneeball-Vertreter in Hamburg, Frankfurt am Main und Berlin. Die ersten großen Namen im EFA-Programm waren weiterhin Bands aus dem ehemaligen Schneeball-Vertrieb wie Ton Steine Scherben und Embryo, aber auch Gruppen wie Hans-A-Plast, ZK, Mittagspause, Abwärts und viele neu gegründete Labels.

Die Gründungsmitglieder Nikel Pallat, Jörn Heinecker und Albrecht Böhm trennten sich 1992 von EFA und gründeten den Konkurrenzvertrieb Indigo.

1997 kaufte EFA den insolventen Schweizer Vertrieb RecRec, der heute wieder selbstständig ist. Auch an Ixthuluh Music hatte EFA eine 75-prozentige Beteiligung, die Ixthuluh 2006 zur Insolvenz zwang.

2002 beschäftige EFA in fünf Niederlassungen in Deutschland 95 Mitarbeiter. Der größte Standort mit 2.500 Quadratmetern Fläche war Hamburg, wo sich das Zentrallager und die Abteilungen Vertrieb, Verkauf, Marketing, Einkauf und Export befanden. Die Büros in Frankfurt am Main, Berlin, Köln und Friedland kümmerten sich um Bereiche wie Labelarbeit, Promotion & PR und Verwaltung. Die Abteilung Tonträger-Herstellung in Frankfurt fertigte jährlich bis 1,5 Millionen CDs. Es fanden sich bis zu 5000 lieferbare Titel im Katalog und fast alle wichtigen deutschen Independent-und viele Import-Label wurden lange Zeit über EFA vertrieben.

Nach über 20 Jahren prägender deutscher Independent-Geschichte stand der zu diesem Zeitpunkt von Horst Lewald und Ulrich Vormehr geführte Vertrieb im März 2004 vor dem Aus - die EFA Medien GmbH war zahlungsunfähig. Viele wichtige Indie-Label, die bei EFA im Vertrieb waren, wurden durch die Pleite mitgerissen und erlitten ein ähnliches Schicksal.

Ehemals von EFA vertriebene Labels (Auswahl)

Weblinks