Black Metal

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Abgrenzung
Ursprünge: Venom, Mayhem, Bathory
Herkunft: Norwegen/England
Zeitraum: 1980er/1990-heute
Anders als: Death Metal

Einführung und Geschichte

Black Metal ist eine Spielart des Metal, die sich durch ihre rohen Gitarren, Screams oder gutturalen Gesang sowie durch eine meist sehr hohe Geschwindigkeit auszeichnet. Die Texte befassen sich meist mit Satanismus, antichristlichen/antireligiösen Themen. Auch die nordische Mythologie findet seid einigen Jahren Einzug in die Lyrics (begründet durch Bathorys "Blood Death Fire"-Album). Der Name geht zurück auf ein Album der britischen Band Venom ("Black Metal", 1982). Die Musik dieser Band war jedoch mehr vom Punk und Hardrock geprägt und hatte weniger mit der Musik zu tun, die man heute als Black Metal bezeichnet.

Der Stil, der heute gemeinhin mit Black Metal gemeint ist, geht auf norwegische Bands wie Bathory und Mayhem zurück. Anfang der 1990er Jahre gelangte Black Metal zu trauriger Berühmtheit, nachdem von der norwegischen, stark florierenden Szene einige Morde, Selbstmorde und zahlreiche Kirchenbrandstiftungen um Umfeld des sogenannten Black Circle geschahen. Der Sänger Mayhems, Dead brachte sich 1991 durch einen Kopfschuss selber um; Euronymous – der Gitarrist, Labelinhaber (Deathlike Silence-Productions) und Plattenladenbesitzer (Zentrum des Black Circle, "Helvete" in Oslo) der gleichen Band – wurde von seinem ehemaligen Freund, dem einzigen Mitglied der Band Burzum, Varg Vikernes 1993 erstochen. Die Gründe hierfür sind nicht eindeutig geklärt. Mögliche Gründe sind Neid auf Euronymous' Status in der Szene, eine Frau oder Geld. Varg Vikernes wurde zu 21 Jahren Haft verurteilt, wurde im Jahr 2009 aber auf Bewährung entlassen. Ebenso zeichnet er für zahlreiche Kirchenbrandstiftungen verantwortlich, u.a. für die vermutlich erste, die auf das Konto der Szene geht (Fantoft-Stabkirche in der Nähe von Bergen). Der Schlagzeuger der ebenfalls sehr einflussreichen Band Emperor, Faust, wurde wegen einem Mord an einem Homosexuellen verurteilt und verbüßte neun Jahre Haft.

Die wohl erfolgreichste Black Metal-Band ist Dimmu Borgir. In der Szene werden diese oft als Verräter betrachtet, da sie ihren Stil stark erweitert haben und nicht mehr den "reinen" ("true") Black Metal ersten skandinavischen Bands spielen. Ihr Stil mischt Black Metal mit Einflüssen aus der klassischen Musik. Eine ähnliche Reputation erfuhren die Briten von Cradle Of Filth, die sich zu Beginn ihrer Laufbahn noch mit der norwegischen Szene identizizierten, mit einsetzdem Erfolg aber schnell Distanz zu ihr suchen. Ihr Stil ist stark vom Gothic Metal geprägt, allerdings ist die Zuordnung höchst umstritten. Die Konflikte um diese Band zeigen, wie konservativ die Black-Metal-Szene ist, was die (niemals genau definierten) "Reinheitsgebote" des Black Metal angeht.

In Schweden entstanden in den Anfangstagen auch einige Bands, die bis heute große Erfolge feiern, zum Beispiel Marduk und Dark Funeral.

Ein großes Problem der Szene ist, dass es eine Vielzahl an Bands gibt, die ideologisch stark rechtsradikal geprägt ist, was zu einer Abgrenzung des NSBM (= Nationalsozialistischer Black Metal) führte, welcher sich nicht musikalisch, sondern über die politische Haltung definiert. Zu den bekanntesten und beliebtesten NSBM-Bands zählen allen voran Burzum, außerdem Graveland aus Polen, Nokturnal Mortum aus der Ukraine und die deutsche Band Absurd, die ihre Popularität einem Mord zu verdanken hat, den die Mitglieder in den 1990er-Jahren an einem Mitschüler begingen. In der Black-Metal-Szene herrscht keine einheitliche Meinung zum NSBM. Das Spektrum reicht von Ablehnung des NSBM (als anti-individualistisch) über Gleichgültigkeit bis zu Akzeptanz oder Begeisterung.

Aus dem Black Metal entstanden einige andere Stile, wie z.B. der Viking Metal oder Pagan Metal der sich fast ausschließlich mit der nordischen Mythologie befasst, oder der Humppa Metal.

Gedankengut

Ob ein gemeinsames Gedankengut existiert, wird sogar innerhalb der Szene angezweifelt. Dennoch lassen sich unter den einzelnen Richtungen gemeinsame Grundgedanken finden.

Im Allgemeinen mutet das Gedankengut, das über die Texte befördert wird, sehr extrem und befremdlich an; jedoch ist der Grad der Ausprägung individuell verschieden. Wohl auch wegen der Extremität der Ideologie ziehen gerade die Szenegänger des Black Metal eine Trennlinie zwischen ihrem „normalen“ und dem Szene-Leben. Der Aufenthalt in der Szene wird somit zum Ausdruck einer Persönlichkeitsseite, welche im Alltag nicht offen zum Tragen kommt.

Immer wieder aufgegriffene Ideen und Ideologien sind:

  • Satanismus (anfangs nur als Provokation, siehe Venom)
  • Okkultismus
  • philosphischer Satanismus, antichristliche/religionskritische Philosphie, v.A. Nietzsche
  • Elitarismus, Sozialdarwinismus
  • Hass, Gewalt und Autoaggression
  • (National-)Romantik (v.a. Naturliebe)
  • germanisch-nordisches Heidentum (z.B. Bathory, Enslaved)
  • Fantasy
  • Kriegsfetischismus (z.B. Marduk, Endstille)
  • Verherrlichung des Dritten Reichs, NS-Propaganda, Rassismus (meistens nur im NSBM-Bereich, aber auch manchmal im normalen Black Metal zwecks Provokation)

Wichtige Akteure, Alben und Songs

Wichtige Bands:

Wichtige Alben:

Wichtige Songs

Vorläufer

Wichtige Labels

Songs über das Genre

Literatur

  • Christian Dornbusch und Hans-Peter Killguss: Unheilige Allianzen. Black Metal zwischen Satanismus, Heidentum und Neonazismus. Unrast-Verlag, Hamburg/Münster 2005.